"Du musst malen"... 

Dieser Satz sollte das Leben dieser Malerin entscheidend verändern.

In den achtziger Jahren ist RENATE VOGEL-STELLING, geboren in Danzig, zur richtigen Zeit am richtigen Ort . Sie trifft auf den Maler Prof. PATRICK MAICHE, Nizza, und er sagt, nach dem er ihr großes Talent erkannte:

 

"Du musst malen!"

Danach begann sie ihre künstlerische Laufbahn und entschied sich, das Handwerk sozusagen von der Pike auf an zu lernen. Ihre Ausbildung erhielt sie in Worpswede, Bremen und Nizza.

In Worpswede fand sie "das Tor zur Befreiung der Ekstase, zur Befreiung des Duktus, der Vibration und der Impulse beim Aufbringen der Farbe auf die Leinwand", wie es die Kulturamtsleiterin ANTKE BORNEMANN, Lilienthal, dieses anlässlich einer Laudatio formulierte..

So wie der Vulkan, der plötzlich nach Jahren des Stillstandes zum Ausbruch kommt, so explodieren die Farben bei ihr, sie schafft in kürzester Zeit ein umfangreiches Oeuvre, probiert sich aus und findet darüber zu einem eigenen Weg, der im Experimentieren, im Ausprobieren, im Verändern besteht.

Das, was die Malerei von R. VOGEL-STELLING auszeichnet ist, dass sie zu den wenigen Menschen gehört, die aus dem Bauch heraus malen, und was wesentlich ist, was in unserer heutigen Zeit eine ganz seltene Gabe ist: Diese Malerin malt mit dem Herzen... Und dass diese Malerin das Leben liebt, kann man an jedem dieser Bilder sehen. Jedes dieser Bilder vibriert vor Lebensfreude, vibriert vor Impulsivität, vibriert vor Ekstase. R. VOGEL-STELLING selber sagt:" Ich bin zielstrebig, ehrgeizig, aber ich habe eine unendliche Liebe zu den Menschen, und ich liebe das Leben!"

R. VOGEL-STELLING ist eine Frau, die sich einlässt, einlässt auf das, was aus ihr herauskommen will, einlässt auf die Malerei, einlässt auf das, was um sie herum passiert. Die starken Frauen dieser Malerin, die sich in der Aktmalerei offenbaren, zeigen sich offen, frei, bereit, das Leben zu empfangen. Sie findet aber auch Enpathie, Mitgefühl für die Schwachen, für die anderen, für die, denen es nicht gut geht. Auf die Frage, wie sie zu ihren Bildern kommt, antwortet sie ähnlich wie EMIL NOLDE von sich sagte: "Nicht ich male, es malt."

Und R. VOGEL-STELLING sagt:" Ich lasse meine Hand laufen, und wo der Pinsel schwer wird, drücke ich". Das heißt, sie lässt geschehen. (Zitat Ende)

Zu den jüngste Arbeiten der Künstlerin gehört die Serie der "WELLENWEIBER". Ein Aufenthalt am Meer, ein Tag, an dem die Brandung meterhoch gegen die Felsen schlug und dabei fließende Formen bildete, die in den Augen der Künstlerin Frauenkörpern glichen, war die Geburtsstunde ihrer "WELLENWEIBER". Üppige Leiber, die sich voller Leidenschaft wiegen, ohne Kopf, oder aber die Köpfe dieser halbirdischen, halbüberirdischen Wesen in Form einer Spirale, Strudels oder Wirbels gemalt, entstehen

Für diese Arbeiten hat R. VOGEL-STELLING eine ganz besondere Technik entwickelt. Sie führt ihre Pinselstriche mit Ölfarbe wie ein Flechtwerk über die Leinwand. Sie nennt daher diesen Pinselstrich die "REVOST- Struktur:    (RENATE VOGEL-STELLING).

Dabei entstehen, je nach Lichteinfall und Standpunkt, unterschiedliche Schattierungen und Reflexionen. Die "WELLENWEIBER" sind blau wie das Element aus dem sie stammen, sie sind rot wie im Zeichen der Liebe und Leidenschaft, symbolisieren damit aber auch die Glut des Feuers und seiner Gefahr.