Vernissage am Freitag, den 20. April 2018 um 19.30 Uhr

Bei einem ersten Zusammentreffen mit Steffen Kindts Kunst könnte man mutmaßen, dass er in die Fußstapfen der Pop Art zu treten scheint. Pop mag tatsächlich als Grundlage oder Fundament für sein Werk herhalten, jedoch reicht sein meisterliches Verständnis und Darstellung der verschiedenen Facetten der Massenkultur weit über die grundlegende Unterstützung seiner Metaphorik hinaus. Insbesondere die Frauengestalt, die sein gesamtes Werk durchzieht und oft in scharfem Kontrast zur unmittelbaren Umgebung dargestellt wird, verfügt über einen unmittelbaren Reiz, den alle verstehen und mit dem sich alle identifizieren können. In der Tat bedient sich Kindt absichtlich der mysteriösen, verführerischen, betörenden, sich ständig ändernden Natur der Frau als Mittel, um sein Ansinnen zu vermitteln und sich an seinem einmaligen Reich der Wahrnehmung zu versuchen. 

 

Um besser Kindts Methodologie zu verstehen, lassen Sie uns einen Moment lang reflektieren und die allgegenwärtige Frauengestalt, diese feminine Energie, die so beherrschend in seiner Kunst ist, näher erklären. Was genau bedeutet dieses “Mittel, mit dem“, die Essenz dieser Kommunikation? Oberflächlich betrachtet sieht man vor allem den reinen Voyeurismus. Man muss nicht mehr tun als betrachten. Das Bild, die Komposition – sie stehen für sich selbst, ohne dass dabei tiefgründiges Denken oder Gehirnwindungen erforderlich sind. Die Endphase der Kunst liegt im anregenden Vergnügen ihrer Betrachtung. Und wenn dies das Reich ist, in dem der Betrachter zu verweilen wünscht, auf der Türschwelle zum reinen Genuss, dann ist das sein oder ihr Vorrecht.

 

Für diejenigen, die mehr wollen, gibt es die zugrunde liegende Substanz – die Geschichte, den Handlungsstrang, die Myriaden von Miseren unserer Heldin. Kindt friert Augenblicke ein und gestattet uns damit den Luxus der Kontemplation nicht nur dessen, was zuvor vergangen ist und was noch kommen wird, sondern auch der Frage, ob wir das, was wir sehen, für bare Münze nehmen oder eben nicht. Ist es genau das, als das es erscheint oder ist es alles eine Täuschung?

 

Selbstverständlich wäre keine Diskussion der Kunst von Steffen Kindt vollständig ohne eine Analyse seines Umgangs mit Sex – purem, unverfälschtem Sex – und der direkten Anspielung auf ihn in vielen seiner Kompositionen. Kindts Kunst quillt über vor Referenzen auf diesen Zusammenhang, von so vielen, dass diejenigen, die zu oberflächlicher Betrachtung oder schnellen Urteilen neigen, vermuten könnten, dass er auf dem Offensichtlichen herumreitet. Diejenigen, die tiefer gehen, erkennen schnell und zusehends, dass eine so einfache Erklärung ein falsches Verständnis auf der Grundlage einer starken Vereinfachung ist und nicht auch nur annähernd die wahre Absicht und Beweggründe des Künstlers offenbart.

 

 

Sex und Sexualität, grundlegende Fakten des Lebens und uns allen bekannt, werden so oft beschönigt oder in Standardgesprächen sogar ganz vermieden. Die überwiegende Mehrheit der Menschen spricht zu ungern Bedenken über die Fleischlichkeit und der dazugehörigen Implikationen an, um sie offen und sachlich zu besprechen. Steffen Kindt ist allerdings nicht wie die meisten anderen. Er nimmt die Herausforderung geradewegs an, trotzt den Konventionen und stellt sich in seiner Kunst mit kompromissloser Offenheit dem vollen Spektrum intimen Zusammenspiels. Es stimmt schon, dass manche seiner Referenzen offensichtlich sind, aber das ist ausschließlich zweckdienlich; sie sind offensichtlich, weil sie angesprochen, diskutiert, überprüft, erforscht und vor allem für ihre Rolle bei zwischenmenschlichen Angelegenheiten anerkannt werden müssen. So vieles im Leben ist die direkte Konsequenz aus dem, was hinter verschlossenen Türen stattfindet – den Türen zum Boudoir, nicht zum Sitzungssaal.

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